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11. September 2025
Immer mehr Elektro-LKW sind auf Schweizer Strassen unterwegs. Laut SRF war in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 bereits jedes sechste neu zugelassene Nutzfahrzeug elektrisch angetrieben – Tendenz steigend. Neben den grossen europäischen Herstellern spielt auch ein Schweizer Unternehmen eine Schlüsselrolle: Designwerk Technologies AG in Winterthur.
Für das SRF-Mittagsmagazin „Rendez-Vous“ hat der bekannte SRF-Redaktor Klaus Bonanomi unsere Produktionshallen besucht und einen Blick hinter die Kulissen geworfen.
In seiner Reportage beschreibt Klaus Bonanomi, wie sich unsere E-LKW im Alltag bewähren. In Bern etwa sind bereits 9 von 24 Kehrichtfahrzeugen von Entsorgung + Recycling Bern elektrisch unterwegs – bis 2030 soll die gesamte Flotte umgestellt sein.
Bonanomi hält fest: Die Vorteile sind klar erkennbar – die Fahrzeuge verursachen weniger Lärm, stossen deutlich weniger CO₂ aus und bringen tiefere Wartungskosten mit sich.
Jährlich verlassen rund 50 elektrisch betriebene Spezial-Lastwagen, vom Müllfahrzeug bis zum Betonmischer, die Werkhallen von Designwerk.
Der SRF-Redaktor zitiert einen DW-Mitarbeiter: „Wir fertigen hier die LKW, fügen den elektrischen Antriebsstrang, die Steuerungstechnik und die Batteriesysteme hinzu. Danach gehen die Fahrzeuge zu den Aufbauern und kommen je nach Bedarf mit Abfallsammelaufbau, Kran oder Betonmischer-Trommel zu uns zurück.“
Ein Herzstück sind die selbst entwickelten Antriebsstränge und das gesamte Hochvoltsystem inklusive der Batteriesysteme, Steuerungs- und Sicherheitssysteme. Bei den Batteriesystemen setzt Designwerk, auf die jeweilige Anwendung angepasst, auf LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) oder NMC (Nickel-Mangan-Kobalt). LFP benötigt weniger kritische Rohstoffe und die Batteriesysteme lassen sich häufiger laden, NMC sticht mit seiner hohen Energiedichte hervor. Diese sei bei sehr energieintensiven Anwendungen wie bei elektrischen Schneepflügen notwendig.
Den gesamten Radiobeitrag von SRF „Rendez-Vous“ mit Klaus Bonanomi können Sie hier nachhören:https://www.srf.ch/news/wirtschaft/energiewende-auf-der-strasse-elektroantrieb-statt-dieselmotor-auch-bei-den-nutzfahrzeugen
Auf die Frage, ob Elektro-LKW heute mit Dieselmodellen mithalten können, antwortet Adrian Melliger, CEO-Designwerk: „Es ist nicht vergleichbar. Sie sind besser.“ Denn während die Anschaffungskosten für einen E-LKW aktuell noch rund 1,8- bis 2-mal höher sind als bei einem Diesel, punkten die Fahrzeuge mit bis zu 80 % tieferen Betriebskosten über die gesamte Lebensdauer.
Damit sich Investitionen in Elektromobilität rechnen, braucht es Planungssicherheit. Melliger betont: „Ein LKW ist ein Investitionsgut. Unternehmer müssen wissen, was mit der LSVA und der CO₂-Besteuerung passiert.“ Aktuell sind Elektro-LKW bis Ende 2029 von der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) befreit. Das spart Unternehmen mehrere Zehntausend Franken pro Fahrzeug und Jahr. Doch was danach geschieht, ist unklar. Thierry Burkart, Ständerat und Präsident des Nutzfahrzeugverbands ASTAG, ergänzt: „Die Politik hat noch viele Fragen zu beantworten. Das kommt in den nächsten Jahren, aber aktuell ist man noch nicht ganz so weit.“Neben der LSVA müssten auch Themen wie Ladeinfrastruktur und Gewichtslimiten dringend gelöst werden.
Die Reportage von Klaus Bonanomi (SRF) zeigt: Elektro-Lastwagen sind im Alltag längst einsatzbereit. Sie sind leiser, nachhaltiger und im Betrieb günstiger. Doch damit die Dekarbonisierung im Schwerverkehr richtig Fahrt aufnimmt, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen.
Wir können die Politik nicht beeinflussen. Aber wir können Ihnen mit unseren Erfahrungen aus mehr als 25 Millionen elektrisch gefahrener Kundenkilometer die Sicherheit geben, die richtige Lösung für ihre Spezialanwendung im Nutzfahrzeugbereich bei uns zu finden.