Erfahrungen aus der Praxis

In der Abfall- und Recyclinglogistik zählen Verlässlichkeit, Wirtschaftlichkeit – und zunehmend auch Nachhaltigkeit. Die R. Hürlimann AG Transporte im Kanton Zug hat sich früh entschieden, auf Elektromobilität zu setzen – nicht aus Imagegründen, sondern aus Überzeugung und wirtschaftlichem Kalkül. Mit den Elektro-LKW für die Entsorgungslogistik von Designwerk werden heute Aufgaben wie Unterflurabfallentsorgung leise, effizient und lokal emissionsfrei durchgeführt. Reto Hürlimann berichtet aus erster Hand.

Wir sitzen an einem sonnigen Tag im Büro von Reto Hürlimann im Schweizer Baar. Aus dem Fenster sieht man zunächst den Werkhof. Die Hallendächer sind bis zum Rand mit Solarpanelen bestückt. Im Hintergrund zeichnen sich im Dunst die Konturen der Zuger Berge ab. Der Radsportbegeisterte Reto Hürlimann wartet am Steh-Konferenztisch geduldig, bis die Aufnahme-Technik eingerichtet ist. Im Interview gibt der Geschäftsführer des über 70-jährigen Familienunternehmens – der R. Hürlimann AG Transporte – Einblick in seine Erfahrungen mit der Entsorgungslogistik, Elektro-LKW und Herausforderungen – und erklärt, was in der Praxis wirklich zählt.

Wie ist Ihre allgemeine Bilanz mit den elektrischen LKW von Designwerk?
Wir sind sehr zufrieden. Anfangs gab es kleinere Herausforderungen, insbesondere mit den Übergangsbatterien. Aber inzwischen haben wir die volle Batteriekapazität erhalten und alles läuft wie geplant. Was die Fahrzeugkonfiguration betrifft, gehört Designwerk zu den Einzigen, die eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung mit Vier-Achsern anbieten können – das war für uns entscheidend.

Wie unterscheidet sich der Einsatz der Elektro-LKW für die Entsorgungslogistik im Alltag im Vergleich zu dieselbetriebenen Fahrzeugen?
Wir haben eine etwas geringere Nutzlast, da die zwei Tonnen Mehrgewicht der Batterien nicht ganz kompensiert werden können. Aber das war einkalkuliert. Die positiven Effekte überwiegen: Die Mitarbeitenden sind entspannter, konzentrierter und arbeiten effizienter. Der Aufbau funktioniert wie beim Diesel, es gibt keine Einschränkungen. Und die Betriebskosten sind dank tieferer Strompreise und planbarer Garantieleistungen deutlich niedriger.

«Die Mitarbeitenden sind entspannter, konzentrierter und arbeiten effizienter.»

Nutzen Sie eigenen Solarstrom für die batterieelektrischen Fahrzeuge?
Ja, auf unserem Betriebshof sind 9’000 m² Solarpaneele installiert – mit einer jährlichen Produktion von etwa 2 Millionen kWh. Für diesen Auftrag benötigen wir etwa 500’000 bis 600’000 kWh, also decken wir den Bedarf rechnerisch zu 100 % mit eigenem Strom. Einen Speicher haben wir noch nicht, aber das wird sicher in den nächsten zwei bis drei Jahren ein Thema.

Wie ist das Feedback Ihrer Mitarbeitenden und der Kunden?
Sehr positiv. Die Fahrer schätzen die Ruhe und das angenehme Fahrverhalten. Sie mussten lernen, die Routen optimal zu planen und Zwischenladungen effizient zu nutzen – das ist ein Lernprozess, aber der läuft gut. Auch von Kundenseite – insbesondere von der öffentlichen Hand im Kanton Zug – ist das Echo sehr erfreulich. Die leisen Fahrzeuge ohne lokale Abgase werden positiv wahrgenommen.

«Die Betriebskosten sind dank tieferer Strompreise und planbarer Garantieleistungen deutlich niedriger.»

Gab es auch Situationen, in denen die Reichweite oder Ladeinfrastruktur an ihre Grenzen kam?
Anfangs ja. Im Winter hatten wir weniger verfügbare Energie als erwartet. Und die Routenführung war noch nicht ganz optimiert. Es gab einzelne Touren, bei denen das Fahrzeug nicht wie geplant durchhielt – das lag aber an mangelnder Erfahrung. Inzwischen haben wir Zwischenladepunkte etabliert und solche Probleme treten kaum mehr auf.

Gab es einen Moment, auf den Sie besonders stolz waren?
Der Pressetag Anfang Jahr 2025 war sicher ein Highlight. Wir hatten ursprünglich eine kleine Medienaktion geplant, aber plötzlich kam auch das Schweizer Fernsehen vorbei. Unsere Fahrzeuge und unser Team auf “Schweiz aktuell” zu sehen – das war schon ein besonderer Moment.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie persönlich und für Ihr Unternehmen?
Nachhaltigkeit ist für uns Verpflichtung und Verantwortung zugleich – auch gegenüber kommenden Generationen. Wir haben unsere Prozesse mit externen Partnern analysiert und eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie aufgestellt. Das betrifft nicht nur die Mobilität, sondern auch Aspekte wie Pendelverkehr oder Infrastruktur.

Welche weiteren nachhaltigen Investitionen planen Sie?
Langfristige Investitionen müssen wirtschaftlich tragfähig sein. Im öffentlichen Bereich ist das Interesse bereits gross. Im privaten Kundenkreis sind wir dabei, Überzeugungsarbeit zu leisten. Kanalreinigungsanlagen und Kleinfahrzeuge sollen künftig ebenfalls vollelektrisch betrieben werden. Und mit dem grossen Kanalspülfahrzeug testen wir ebenfalls bereits Alternativen.

Richtig organisiert ist Elektromobilität nicht teurer als Diesel.

Was würden Sie anderen Unternehmern raten, die den Umstieg auf Elektro-Nutzfahrzeuge prüfen?
Sorgfältig durchrechnen – über den gesamten Lebenszyklus von acht bis zehn Jahren. Richtig organisiert sind Elektro-LKW für die Entsorgungslogistik nicht teurer als Diesel. Der Investitionsaufwand ist zwar höher, aber amortisiert sich bei intelligenter Planung.

Wie würden Sie Designwerk in zwei Sätzen beschreiben?
Designwerk ist ein innovatives Unternehmen, das sich regelmässig neu erfindet und Veränderungen schnell umsetzt. Die Lösungen im Schwerlastbereich sind sehr überzeugend – insbesondere mit Blick auf die Reichweiten. Das 800-Volt-System ist aus unserer Sicht ein nächster wichtiger Schritt.

Elektro-LKW für Spezialanwendungen: Ihre Vorteile mit Designwerk

Das Beispiel der Hürlimann Transport AG zeigt: Vollelektrische Spezialfahrzeuge sind heute schon praxisreif und wirtschaftlich. Sie eignen sich für Kommunen, Entsorgungsbetriebe und Unternehmen mit hohem Individualisierungsgrad. Designwerk bietet Lösungen, die speziell auf diese Anforderungen ausgelegt sind – modular, robust und leistungsstark.

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