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27. März 2025
Ein strategischer Paukenschlag aus China sorgt in diesen Tagen für Aufsehen: Der weltweit grösste Batteriehersteller CATL und der E-Auto-Pionier NIO wollen gemeinsam das grösste Batteriewechsel-Netzwerk der Welt für PKW aufbauen. Das Versprechen: Volle Batterie in unter fünf Minuten – ganz ohne Ladekabel, Wartezeit oder Netzbelastung.
Das Thema elektrisiert – im wahrsten Sinne des Wortes. Und es bleibt nicht auf PKW beschränkt: Auch im Bereich der schweren Elektro-Nutzfahrzeuge wird das Prinzip des Batterie-Swaps intensiv diskutiert. Aber kann die Technik, die bei Autos punktet, auch bei 40-Tonnern sinnvoll eingesetzt werden?
Die Idee ist simpel und attraktiv: Statt lange zu laden, fährt der Elektro-LKW in eine automatisierte Wechselstation, tauscht in wenigen Minuten die leere Traktionsbatterie gegen eine volle – und setzt die Tour ohne grosse Standzeit fort.
In Deutschland tüfteln etwa E-Haul GmbH und Big Automation GmbH an genau solchen Lösungen für schwere Nutzfahrzeuge. Das Versprechen: 500 kWh Akkutausch in unter 10 Minuten – deutlich schneller als klassisches Hochleistungsladen, das je nach Infrastruktur 90 Minuten oder mehr in Anspruch nehmen kann.
Auch die Schweizer Firma Designwerk Technologies AG unterstützt die Entwicklung solcher Systeme – mit Knowhow, Fahrzeugen und eigenen, patentierten Batterien, die den Wechselprozess vereinfachen und standardmässig in allen Designwerk Fahrzeugen verbaut sind.
Für klar umrissene Anwendungen kann der Batterie-Swap entscheidende Vorteile bringen:
Trotzdem bleibt das Konzept komplex, teuer und schwer skalierbar:
Die Entwicklungen in China zeigen, wie leistungsfähig ein Batteriewechselsystem sein kann. Auch für schwere Nutzfahrzeuge in Europa bietet das Konzept interessante Chancen – insbesondere in Bereichen mit klar definierten Routen, hoher Auslastung oder innerhalb betriebseigener Shuttle- und Containerterminals. Zudem können Batteriewechselstationen durch die vorgehaltenen Batterien einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit leisten, indem sie Energie aus erneuerbaren Quellen puffern und flexibel bereitstellen.
Markus Erdmann, Leiter Produktmanagement bei Designwerk, bringt es auf den Punkt: „Batteriewechsel bietet in bestimmten Szenarien klare Vorteile. Gleichzeitig sehen wir im Megawatt Charging System (MCS) eine Schlüsseltechnologie für den Schwerlastverkehr. Welche Lösung passt, hängt vom jeweiligen Einsatz ab – wir stehen für beide Wege bereit und unterstützen unsere Kunden bei der optimalen Wahl.“
Batteriewechsel wird als Teil einer Gesamtstrategie auch in Europa weiter an Bedeutung gewinnen, ist aber kein Ersatz für bestehende Ladeinfrastruktur. In bestimmten Segmenten und Anwendungen kann es sich jedoch gewinnbringend integrieren. Wer heute in den Schwerlastbereich investiert, sollte alle Optionen im Blick behalten und genau prüfen, welches Konzept sich langfristig auszahlt.
Sie möchten wissen, ob ein Batteriewechselsystem für Ihre Anwendung sinnvoll ist?Unsere Experten kennen die Anforderungen im Schwerlastbereich und unterstützen Sie gerne bei der Einschätzung.
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